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(Nr.32) Zimmerpflanzen « Chilligays
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(Nr.32) Zimmerpflanzen

Ein Zimmergärtner kann nicht traurig sein. Wenn wir genau hinsehen, finden wir in unserer riesigen, aber doch überschaubaren, homosexuellen Schwesterngemeinde nicht wenige „Freunde der Zimmerpflanzenzucht“. Aber man muß schon genau hinsehen, denn diese Menschen verstecken sich gern.

Zu erkennen sind Hobbyzimmergärtner nicht etwa an grünen Plastik-Schürzchen oder niedlich zerzausten Strohhüten. Nein, sie kleiden sich eher unauffällig und treten auch selten bei organisierten Sukkulenten-Stammtischen in Erscheinung.

Wahrscheinlich: Weil sie sich ihrer Leidenschaft schämen.

Dem muss ein Ende bereitet werden!

Die Vorurteile gegenüber Freunden der Salonflora sind beliebig und klingen wie tausenmal gehört. Unmännlich. Dandyhaft. Tuckig. Klar, wir hängen uns Poster mit riesigen schmutzdesignten Muskeljungs, die frisch vulkaniserte Reifen durch die Gegend schleppen, übers Küchenbord. Wir kokettieren mit einer Art Bauarbeitersprache, um ja nicht als Tanten erkannt zu werden. Und in manchen Homo-Tempeln essen wir mit bloßen Händen Sülze oder Schlachtplatte, obwohl uns Nußtörtchen und Himbeergelee lieber wären. Aber die rosenzüchtende Prinzessin unter den Schwulen ist leider gänzlich unmodern geworden. Dabei ist das Zusammenleben mit einem selbstgezogenen Ficus wunderbar und entspannend. Da zieht man selbstlos und mühsam aus einem vorerst unscheinbaren Kern in Jahrzehnten einen schattenspendenden giftgrünen Wedel heran, der nicht nur optisch wunderbar zwischen die Hausbar und das Heimvideo-System paßt.

Und wurde man gerade von einem dieser gutgebauten Bauarbeiterschnösel verlassen, sucht man sich Blumenspritze, Düngestäbchen und Gummibaumreiniger zusammen und kümmert sich ebenso ausgiebig wie liebevoll um die stumme Grünpflanze. Vergessen sind Liebesschmerz, Mißtrauen und Eifersucht. Die Pflanze ist still, dankbar und uns ausgeliefert. Das beste Rezept gegen Probleme in der Partnerschaft.

Aufs Herrlichste koppeln lassen sich natürlich Hobbygärtnerei und Interesse an bewußtseinsverändernden Drogen. Fix ein In-Door-Gewächshaus mit den entsprechenden Lampen gebastelt und fertig ist ein hübsch anzusehender und raumluftverbessernder Wald aus sagen wir: Johanneskraut. Davon der eine oder andere Senker getrocknet und in Früchtetee püriert, vertreibt Kummer, Ärgernisse und Albträume aus unseren überlasteten Schädeln.

Fazit: Ein gesundes Mißtrauen gegenüber planzenlosen Liebhaber-Wohnungen sei generell angebracht. Der Mann hingegen, der in mediterranen Töpfchen die Jungfer im Grünen üppig wuchern läßt; der Mann, auf dessen Nachtschränkchen ein Veilchen vor sich hin muchtet; und der Mann, der vor Fleurop-Schaufenstern ins Seufzen gerät: der sollte genau der Mann sein, den man höflich zum unverbindlichen Besuch einer gutsortierten Schwulensauna in die Löbervorstadt einlädt.
Danach ein Himbeergelee und die Welt kann so böse sein wie sie will.

In diesem Sinne: Gießen nicht vergessen.

Euer Marcello Libelle

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